Ausbildungsvorbereitung an Produktionsschulen (PS)

Produktionsschulen können jederzeit aufnehmen, auch während des Schuljahres! Bei Interesse wenden Sie sich bitte an die jeweilige Produktionsschule!

Produktionsschulen sind Einrichtungen der Ausbildungsvorbereitung für schulpflichtige Jugendliche, die keine gesicherte Berufswahlentscheidung getroffen haben und von denen zu erwarten ist, dass sie die schulischen Angebote der Ausbildungsvorbereitung nicht annehmen werden. Produktionsschulen sind keine Schulen im Sinne des Hamburgischen Schulgesetzes, sondern Einrichtungen, die von Bildungsträgern in freier Trägerschaft betrieben werden und an denen Arbeiten und Lernen miteinander verknüpft werden.

Im Rahmen einer möglichst engen Kooperation zwischen der Produktionsschule, allgemeinbildenden Schulen, Beruflichen Schulen sowie Betrieben in der Region sammeln die Jugendlichen Erfahrungen, die ihre berufliche Orientierung und damit den Weg in Ausbildung oder Beschäftigung ermöglichen und unterstützen sollen.

Ziele
Vorrangiges Ziel ist es, den Jugendlichen den Übergang in Ausbildung und Beschäftigung zu ermöglichen, indem die berufliche Handlungsfähigkeit gefördert, der Übergang in die duale Berufsausbildung unterstützt und damit die Basis für eine qualifizierte Beschäftigung im ersten Arbeitsmarkt gelegt wird.
Um dieses Ziel zu erreichen, werden Lern- und Arbeitsprozesse miteinander verknüpft. An Hamburger Produktionsschulen werden (i. d. R. in mindestens drei Berufsfeldern mit Bezug zum Hamburger Ausbildungs- und Arbeitsmarkt) Produkte und Dienstleistungen erbracht, die an reale Kunden verkauft werden. Durch die Herstellung von marktfähigen Produkten und Dienstleistungen soll Verantwortungsbewusstsein, Selbstbewusstsein und Selbstständigkeit gefördert sowie erste berufliche Erfahrung in betriebsähnlichen Arbeits- und Geschäftsprozessen ermöglicht werden. Im Zentrum stehen dabei die Stärkung des eigenverantwortlichen und selbstständigen Lernens sowie die Übernahme von Verantwortung für das eigene Leben und Lernen.
Das Arbeiten und Lernen in betriebsähnlichen Strukturen ermöglicht die Entwicklung und den Erwerb von grundlegenden beruflichen Kompetenzen, die für die Aufnahme einer Berufsausbildung oder einer Erwerbstätigkeit notwendig sind.
Betriebliche Praktika (inkl. Vor- und Nachbereitung sowie Begleitung) gehören verbindlich zur Übergangsgestaltung an Produktionsschulen.

Abschluss
Jugendliche, die die Produktionsschule erfolgreich absolviert haben, erhalten ein Produktionsschulzeugnis, das die erworbenen Grundlagen beruflicher Handlungsfähigkeit bescheinigt (Aussagen über die erworbenen fachlichen, sozialen und personalen Kompetenzen,  Nachweis über ausbildungs- und berufsbezogene Teilqualifizierungen und absolvierte Qualifizierungsbausteine, Praktikumsbescheinigungen, Arbeitszeugnisse der Praktikumsbetriebe).

Vorbereitung auf die externen Prüfungen zum Erwerb des ersten allgemeinbildenden Schulabschlusses (ESA)
Die Vorbereitung auf die Prüfungen für den externen ersten allgemeinbildenden Schulabschluss (ESA) ist möglich, aber nicht primäres Ziel. Jugendliche an Produktionsschulen haben die Möglichkeit, „die Prüfung für Externe zum Erwerb des Abschlusses der Berufsvorbereitungsschule, der in seinen Berechtigungen dem ersten allgemeinbildenden Schulabschluss entspricht“ bei und in enger Zusammenarbeit mit kooperierenden Berufsbildenden Schulen abzulegen.

Übergänge
Produktionsschulen verfügen über ein Übergangs- und Anschlussmanagement. Sie übernehmen für jede/-n Jugendliche/-n die Verantwortung bis zur erfolgreichen Einmündung in eine Ausbildung bzw. sinnvolle Anschlussmaßnahme.

Kooperation mit den allgemeinbildenden Schulen
Das „Auszeit“-Modell bietet Schülern/-innen (insbesondere Jugendlichen mit schulverweigernden Tendenzen) aus Stadtteilschulen sowie aus den Bildungsabteilungen der Regionalen Bildungs- und Beratungszentren für einen begrenzten Zeitraum (i.d.R. drei Monate) ein alternatives pädagogisches Umfeld, um sie in einer anderen Lernumgebung durch praktisches Tun neu zu orientieren, sozial zu stabilisieren und wieder systematisch an das Lernen heranzuführen.

Da die „Auszeitler/-innen“ vollständig in die Arbeits- und Lernprozesse der Werkstatt- und Dienstleistungsbereiche sowie den Produktionsschulalltag eingebunden sind, müssen sie das 15. Lebensjahr vollendet haben.

Zielgruppe
Schulpflichtige Jugendliche mit und ohne Beeinträchtigung, die eine Stadtteilschule bzw. eine Bildungsabteilung der Regionalen Bildungs- und Beratungszentren (ehem. Förder- bzw. Sonderschulen) in der Regel nach zehn Schulbesuchsjahren verlassen haben. Jugendliche mit Beeinträchtigungen erhalten zusätzliche Unterstützung durch Arbeitsassistent/-innen.

Dauer
Die Verweildauer (i. d. R. ein Jahr) richtet sich nach dem individuellen Entwicklungsstand und den Bedürfnissen der Jugendlichen. In der Regel 1 Jahr (Auszeitler/-innen in der Regel 3 Monate).

Motivationsprämie
Die Jugendlichen – auch die „Auszeitler/-innen“ – erhalten individuelle Leistungsprämien. Diese werden zu dem Zweck gezahlt, die Motivation der Jugendlichen zu honorieren, anzuerkennen und somit zu befördern und dienen in dieser Zweckbestimmung als pädagogisches Instrument. Die individuellen Leistungsprämien werden leistungsabhängig gezahlt.

Beginn

Jederzeit, wenn Plätze frei sind.

  • Direkt bei dem/den aufgeführten Anbieter/n.